Geschichte des IöV NRW

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Haus Kolksbruch 3
Mittwoch, 22. November 2017

Geschichte des IöV NRW

Eine Frage muss offen bleiben: Wann ist das Foto entstanden, das WZ-Leser Heiner Klausgrete der Redaktion der Westdeutschen Zeitung zur Verfügung gestellt hat? Sicher ist, dass das als Postkarte verwendete Foto von Haus Kollesbroich (Kolksbruch) vor 1910 entstanden ist, denn in diesem Jahr wurde das abgebildete Gebäude abgerissen. An seiner Stelle ließ der Hildener Fabrikant Paul Spindler eine Villa bauen, die ebenfalls Haus Kolksbruch genannt wurde.

Die Geschichte des Gebäudes, an dessen Stelle heute das Institut für öffentliche Verwaltung an der Hochdahler Straße 280 steht, reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Nach Recherchen des ehemaligen Stadtarchivars Gert Müller für eine Festschrift zur Einweihung eines neuen Institutsgebäudes am 4. Dezember 1989 wird der Hof erstmals im Jahre 1430 erwähnt – als Gut von Tilman auf dem Segelenbruch. Der Name „Segelenbruch“ erklärt sich laut Müller daraus, „dass man unter Segelen die Wasserrinnen in einer Wiese verstand, was in dem morastigen Bruchgebiet recht gut vorstellbar ist“.

Die Ortsbezeichnung „Kolksbruch“ taucht erstmals im Jahr 1739 auf

In der Steuerliste von 1739 findet sich dann erstmals die Ortsbezeichnung „Kolksbruch“. Auch dieser Name leitet sich aus dem Wasserreichtum der Umgebung ab, denn ein „Kolk“ ist im Rheinland und in Westfalen ein Wasserloch. Inhaber des Gutes war seinerzeit Johann Ohtenbruch auffm Kolksbruch. Seine Nachfahren mussten das Gut samt Gelände am 19. Mai 1881 versteigern. Aus der Bekanntmachung der öffentlichen Versteigerung geht seine Größe hervor: Gut Kolksbruch hatte damals eine Gesamtfläche von mehr als 18 Hektar. Der Gebäudekomplex bestand aus einem Wohnhaus, einem Nebenhaus, einem Anbau, einer Scheune, einer Stallung und einem Backhaus.

Mit dem Abriss von Gut Kolksbruch beginnt die Geschichte von Haus Kolksbruch, das Spindler für 500 000 Mark errichten ließ. Darin enthalten sind auch die Kosten für die Parkanlagen, Gärten und einen Weiher, die Spindler anlegen ließ. Die Außenflächen sind auch heute noch erhalten. Familie Spindler wohnte nur kurze Zeit in ihrem neuen Herrenhaus. Als sie in die Stadtmitte (in die Spindler-Villa am Stadtpark) umzog, wurde Haus Kolksbruch verpachtet.

Zwischen 1934 und 1961 erlebte Haus Kolksbruch eine wechselvolle Geschichte. Zunächst schenkte Spindler das Anwesen „dem Führer“, und die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt richtete dort ein Müttererholungsheim ein. 1945 wurde das Haus von der US-Army beschlagnahmt, später wurde es britische Offiziersmesse. 1958 gaben die Alliierten das Haus wieder frei. Es fiel der Bundesvermögensverwaltung zu.

Die Stadt Hilden wollte das Anwesen vom Land erwerben und dort ein Altersheim einrichten. Der Kauf scheiterte 1959 allerdings an dem zu hohen Kaufpreis. Zwar lagen seinerzeit bereits zwei Stiftungen in Höhe von 300 000 D-Mark vor, aber das Land Nordrhein-Westfalen hatte schon lange vorher erwogen (und das war entscheidend), dort eine Verwaltungsschule einzurichten. Mit deren Bau wurde im Mai 1961 begonnen. Das Ergebnis ist das am 13. Oktober 1965 eröffnete Institut für öffentliche Verwaltung, das heute wieder den Namen „Haus Kolksbruch“ trägt.

Haus Kolksbruch 2

Haus Kolksbruch 2

15.02.2018
Haus Kolksbruch
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15.02.2018
Das IöV NRW im Wandel der Zeit